Bei knapp 20 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein fällt es nicht schwer, das Haus zu verlassen. Mein Plan für diesen wundervollen Samstag war es, eine offene Rechnung zu begleichen und den Elbradweg zu erkunden.

Mein ganzes Leben lang wohne ich bereits an der Elbe, doch noch nie habe ich es bisher geschafft, entlang des Elbradweges mit dem Fahrrad zu reisen. Ohne lange zu zögern den Drahtesel aus dem Keller geholt, für den anstehenden Ausflug vorbereitet. Nach wenigen Minuten war ich startklar und startete meine Tour in Richtung Pirna.

Ein Haus nahe dem Ortseingang von Heidenau

Nach nur wenigen Kilometern begrüßte mich die Stadt Heidenau mit diesem kuriosen Bauwerk. Unter einer Hochspannungstrasse gelegen strahlte mir dieses farbenfrohe Häuschen entgegen. Es ist der unübersehbare Ortseingang entlang des Elbradweges.

Weiter flussaufwärts ging es vorbei an zahlreichen Bäumen, Sträuchern und Aussichtspunkten am Flussufer. Doch wirklich weit kam ich nicht, denn eine Baustelle versperrte die Weiterfahrt und leitete mich durch das Stadtzentrum. Auch wenn ich eigentlich entlang der Elbe fahren wollte so lohnte sich die Umleitung dennoch.

Der ehemalige Bahnhof Heidenau

Die Ausweichstrecke führte mich direkt zum alten Bahnhof „Heidenau Süd“. Der Zahn der Zeit hat sich an jeder Ecke des Gebäudes bemerkbar gemacht. Das Dach scheint undicht, der Putz bröckelt und dem Schriftzug fehlt schon ein Buchstabe. Schade das die Deutsche Bahn bei der Sanierung der Gleise direkt dahinter nicht auch diesem Bahnhof neues Leben eingehaucht hat.

Am Ortsausgang von Heidenau führte mich mein Weg wieder zurück an die Elbe und ich setzte die Tour auf dem Radweg fort. Doch kurz vor Pirna wiederholte sich das Spiel wie in einem schlechten Film. Auch hier wurde der Radweg ausgebaut und ich musste eine Umleitung durch die Innenstadt nehmen.

Ein verlassenes Haus am Ortseingang von Pirna

Auch hier zog ein altes Industriegebäude alle Blicke auf sich. Ich kann es nicht genau erklären, aber dieser surreale Anblick aus dem Wolkenspiel am Himmel, der modernen Bahnstrecke im Hintergrund und der besonderen Architektur dieser Fabrikhalle hatte etwas Besonderes.

Doch noch eindrucksvoller war der Anblick der Altstadt von Pirna. Auch wenn ich schon oft mit dem Auto den Ort gestreift habe, so war bisher nie genügend Zeit für einen richtigen Rundgang. Wer bisher noch nie in Pirna gewesen ist, sollte es definitiv nachholen. Allein der Marktplatz mit den historischen Häusern ist ein wunderschöner Anblick, für den es sich lohnt.

Auf der Halbzeit meines Ausfluges wechselte ich auf die andere Elbseite mit Dresden als Fernziel. Doch der Weg gestaltete sich als überraschend undurchsichtig. Während ich auf dem Hinweg (abgesehen von den zwei Baustellen) einen durchgehenden Radweg hatte, so war es beim Rückweg ein ganz anderes Bild.

Ein bunter Mix aus Fußwegen, Dorfstraßen, Bundesstraßen und neu gebauten Fahrradweg wurde mir hier als Elbradweg verkauft. Ohne Navigation etwas undurchsichtig, da es nicht wirklich eine direkte Strecke entlang der Elbe gab.

Der Elbradweg auf der rechten Elbseite

Nach Abstechern durch die Ortskerne von Pratzschwitz und Birkwitz gelangte ich auf Höhe des Kiessees wieder zur Elbe und zum eigentlichen Elbradweg. Nach rund 30 Kilometern erreichte ich den Ortseingang von Dresden und gelangte zur letzten Etappe meiner Tour – dem Schloss Pillnitz.

Auch wenn er seine Tücken hat und immer eine Überraschung bereithält, so ist der Elbradweg dennoch etwas ganz Besonderes. Einen solchen Ausflug am Fluss entlang sollte sich jeder einmal auf die To-do-Liste schreiben.

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